„Es ist für unsere Kindertagesstätte erst einmal eine teuere Anschaffung gewesen, aber unsere Köchin ist sehr zufrieden mit dem Produkt.“
Sabine ist 47 und stolze Mutter von Leon. An einem Donnerstagvormittag saß sie mir gegenüber in einem Beratungsgespräch und sagte einen Satz, den ich nicht mehr vergesse: „Ich habe mein eigenes Kind vergiftet.“
Zwei Wochen zuvor hatte sie rohes Hähnchen auf dem Holz-Schneidebrett geschnitten und spülte es danach kurz ab. Gründlich schrubben? Wozu, den Rest erledigt ja das Holz. Holz ist antibakteriell, das hat schon ihre Mutter gesagt.
Und am nächsten Tag hatte sie auf demselben Brett das Pausenbrot ihres Sohnes geschmiert: Vollkornbrot mit Käse und Gurke. Er hatte eine Mathearbeit, also wollte sie es besonders gut machen.
Aber in der Nacht kamen die Krämpfe und um zwei Uhr saß sie neben ihm auf den kalten Fliesen im Bad, ihre Hand auf seinem Rücken. Danach hat er eine ganze Woche in der Schule gefehlt.
Dann, mit dünner Stimme:
Ich habe ihm die Keime selbst in die Brotdose gepackt. Mit einem Kuss auf die Stirn.













